Ein Balkonkraftwerk ist eine einfache Möglichkeit, eigenen Strom zu erzeugen und Energiekosten zu senken. Doch bevor du dir ein solches Mini-Solarsystem anschaffst, gibt es einige wichtige Punkte zu beachten. In diesem Beitrag erfährst du, welche Faktoren bei der Auswahl entscheidend sind und wie du das optimale Balkonkraftwerk für deinen Haushalt findest.
Was ist ein Balkonkraftwerk?
Ein Balkonkraftwerk ist eine kleine Photovoltaikanlage, die auf dem Balkon, an der Fassade oder im Garten installiert werden kann. Die erzeugte Energie wird direkt in dein Hausnetz eingespeist und reduziert so deinen Stromverbrauch aus dem öffentlichen Netz.
Typische Komponenten eines Balkonkraftwerks:
✅ Solarmodule – wandeln Sonnenlicht in Strom um
✅ Wechselrichter – macht den Strom für Haushaltsgeräte nutzbar
✅ Anschlusskabel – verbindet die Anlage mit der Steckdose
Einfach gesagt: Einstecken und Strom sparen!
Wichtige Punkte vor dem Kauf
Bevor du dich für ein Balkonkraftwerk entscheidest, solltest du folgende Faktoren prüfen:
✅ 1. Maximale Leistung (Wattzahl)
• In Deutschland sind aktuell bis zu 800 Watt Einspeisung erlaubt.
• Viele Sets bestehen aus 2 Modulen mit je 400 Watt, was ideal ist.
• Falls du mehr Leistung willst, prüfe, ob du Module später erweitern kannst.
✅ 2. Balkon-Ausrichtung und Sonneneinstrahlung
• Südbalkon = beste Stromausbeute
• Ost- oder Westbalkon = etwas weniger, aber immer noch lohnenswert
• Nordbalkon = eher ungeeignet
• Falls dein Balkon viel Schatten bekommt, kann sich die Investition weniger lohnen.
✅ 3. Montage und Befestigung
• Prüfe, ob dein Balkon die Installation erlaubt (Mietwohnung/Vermieter fragen!).
• Typische Befestigungen: Geländerhalterung, Wandmontage, Bodenaufstellung.
• Achte darauf, dass das Gewicht der Module sicher getragen werden kann.
✅ 4. Wechselrichter und Steckdose
• Der Wechselrichter sollte eine Nennleistung von 800 W haben.
• Eine Schuko-Steckdose reicht oft, besser ist eine Wieland-Steckdose (höhere Sicherheit).
• Der Wechselrichter sollte über eine ENS-Funktion (Netztrennung) verfügen.
✅ 5. Anmeldung und rechtliche Vorgaben
• In Deutschland muss ein Balkonkraftwerk beim Netzbetreiber und im Marktstammdatenregister angemeldet werden.
• In vielen Fällen ist die Anmeldung unkompliziert und online möglich.
✅ 6. Einsparpotenzial und Wirtschaftlichkeit
• Ein 800-Watt-Balkonkraftwerk kann bis zu 600-800 kWh pro Jahr erzeugen.
• Bei einem Strompreis von 30 Cent/kWh sparst du etwa 180-240 € pro Jahr.
• Die Amortisationszeit liegt oft zwischen 5 und 7 Jahren.
Welche Kosten erwarten dich?
Kostenpunkt |
Preisspanne |
Balkonkraftwerk-Set (800 W) |
500 – 1.200 € |
Befestigungsmaterial |
50 – 150 € |
Wieland-Steckdose (optional) |
50 – 100 € |
Anmeldung & Installation (falls nötig) |
0 – 200 € |
💡 Tipp: Förderprogramme deiner Stadt oder deines Bundeslandes prüfen! Manche Kommunen bieten Zuschüsse für Balkonkraftwerke an.
Fazit: Lohnt sich ein Balkonkraftwerk?
✅ Ja, wenn du Stromkosten senken möchtest und Platz für die Module hast.
✅ Ja, wenn du eine Südausrichtung oder zumindest wenig Schatten hast.
✅ Ja, wenn du bereit bist, die Anlage ordnungsgemäß anzumelden.
❌ Nein, wenn du keine geeignete Fläche hast oder dein Vermieter es verbietet.
Ein Balkonkraftwerk ist eine lohnenswerte Investition, die nicht nur die Stromrechnung senkt, sondern auch die Umwelt schützt. Falls du dir unsicher bist, kannst du mit einem kleineren Set starten und später erweitern.