Balkonkraftwerke sind eine beliebte Möglichkeit, die Stromkosten zu senken und erneuerbare Energien zu nutzen. Doch viele fragen sich: Lohnt es sich, zusätzlich einen Speicher zu installieren? Schließlich kann ein Speicher den selbst erzeugten Strom speichern und dann nutzen, wenn die Sonne nicht scheint. In diesem Beitrag beleuchten wir die Vor- und Nachteile von Balkonkraftwerken mit Speicher und rechnen durch, ob sich die Investition lohnt.
1. Wie funktioniert ein Balkonkraftwerk mit Speicher?
Ein normales Balkonkraftwerk speist den erzeugten Strom direkt in dein Hausnetz ein. Wenn du gerade keinen Strom verbrauchst, wird der überschüssige Strom ungenutzt ins öffentliche Netz abgegeben.
Ein Balkonkraftwerk mit Speicher speichert diesen Überschuss in einer Batterie. Dadurch kannst du den selbst erzeugten Strom später nutzen – zum Beispiel abends, wenn die Sonne nicht mehr scheint.
Die Komponenten eines Balkonkraftwerks mit Speicher:
✅ Solarmodule – erzeugen Strom aus Sonnenlicht
✅ Wechselrichter – wandelt Gleichstrom in Wechselstrom um
✅ Speicher (Batterie) – speichert überschüssigen Strom für später
✅ Energiemanagement-System – regelt, wann der Speicher geladen und entladen wird
2. Vorteile eines Speichers für Balkonkraftwerke
✔ Mehr Eigenverbrauch: Ohne Speicher nutzt du meist nur 30–40 % deines erzeugten Stroms. Mit Speicher kannst du bis zu 80 % Eigenverbrauch erreichen.
✔ Unabhängigkeit vom Stromnetz: Du bist weniger auf teuren Netzstrom angewiesen.
✔ Nachhaltigkeit: Mehr eigener Solarstrom bedeutet weniger Strom aus fossilen Quellen.
✔ Nutzung am Abend: Strom für Licht, Fernseher oder Laptop, auch wenn die Sonne nicht mehr scheint.
3. Nachteile und Herausforderungen
❌ Hohe Anschaffungskosten: Speicher sind teuer und verlängern die Amortisationszeit erheblich.
❌ Begrenzte Kapazität: Kleine Speicher können oft nur wenige Stunden Strom liefern.
❌ Einspeisebegrenzung beachten: In Deutschland darf ein Balkonkraftwerk maximal 800 Watt einspeisen – mit Speicher muss das System gut geregelt sein.
❌ Technische Komplexität: Eine intelligente Steuerung ist notwendig, um den Speicher optimal zu nutzen.
4. Lohnt sich ein Speicher finanziell?
Ein Beispiel zur Wirtschaftlichkeit:
Faktor |
Ohne Speicher |
Mit Speicher (1 kWh) |
Jahresertrag (800 W Anlage) |
~ 800 kWh |
~ 800 kWh |
Eigenverbrauch |
30–40 % (~ 280 kWh) |
70–80 % (~ 600 kWh) |
Einsparung (bei 30 Cent/kWh) |
~ 84 € |
~ 180 € |
Anschaffungskosten |
~ 700–1.200 € |
+ 1.000–2.000 € für Speicher |
Amortisationszeit |
~ 5–7 Jahre |
~ 12–15 Jahre |
💡 Fazit der Rechnung:
• Ohne Speicher amortisiert sich das Balkonkraftwerk in 5–7 Jahren.
• Mit Speicher verlängert sich die Amortisation auf 12–15 Jahre, oft länger als die Lebensdauer des Speichers (ca. 10 Jahre).
Ergebnis: Rein finanziell lohnt sich ein Speicher oft nicht.
5. Für wen lohnt sich ein Balkonkraftwerk mit Speicher trotzdem?
✅ Wenn du deinen Eigenverbrauch maximieren willst und weniger Strom aus dem Netz beziehen möchtest.
✅ Wenn du einen sehr hohen Strompreis hast (z. B. in Zukunft steigende Preise).
✅ Wenn du Technik-affin bist und gerne dein Energiemanagement optimierst.
✅ Wenn du langfristig in mehr Unabhängigkeit investieren willst – und nicht nur auf die schnelle Amortisation schaust.
6. Fazit: Speicher – sinnvoll oder nicht?
🔹 Wenn du möglichst viel Geld sparen möchtest, ist ein Balkonkraftwerk ohne Speicher meist die bessere Wahl.
🔹 Wenn dir Autarkie wichtiger ist als die Wirtschaftlichkeit, kann ein Speicher eine gute Ergänzung sein.
🔹 Zukünftig könnten sinkende Speicherpreise und steigende Stromkosten die Rechnung verbessern.